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Wie ein kleines Licht zum Symbol für Leidenschaft und Vielfalt wurde

  • 3. Feb.
  • 6 Min. Lesezeit

Jes im Interview: Die Bedeutung hinter Namen und Logo von Neon Hearts Club


Jes von Neon Hearts Club mit Laptop auf dem Sofa im Probenraum
Jes von Neon Hearts Club mit Laptop auf dem Sofa im Probenraum

Neon Hearts Club wirkt auf den ersten Blick wie ein fertiges Universum: Name, Symbol, Farben – diese Mischung aus Neonlicht und DIY-Kante. Hinter all dem steckt viel weniger Zufall, als man vermuten würde, dafür umso mehr bewusste Entscheidungen. Jes berichtet, wie aus einer Idee eine visuelle Identität wird: warum der Name so klingt, wie er klingt, warum ein Glühwürmchen zum Symbol geworden ist – und wie man Ästhetik baut, ohne sich darin zu verlieren.


  • Neon Hearts sind Menschen, die im Kleinen leuchten – und andere mit ihrer Begeisterung anstecken.

  • Das Glühwürmchen steht für inneres Licht: leicht zu übersehen, aber magisch, wenn man es entdeckt.

  • Der Look ist bewusst reproduzierbar: DIY-Ästhetik mit professionellen Ambitionen – ohne sich im Drumherum zu verlieren.



Warum heißt euer Projekt Neon Hearts Club?

Der Name hat erst dann funktioniert, als er sich nicht „ausgedacht“, sondern „gefunden“ angefühlt hat.

Wir haben viele Wochen lang nach einem passenden Namen gesucht. Listen voller Ideen – aber nichts hat sich wirklich richtig angefühlt. Entweder war es zu gewollt oder zu generisch. Vor allem hat nichts das ausgestrahlt, was unsere Musik transportiert – musikalisch wie inhaltlich.


Irgendwann hatten wir uns an einen der potenziellen Namen gewöhnt, ich mehr als Daniel. Bei einer zweiten Recherche haben wir dann aber gemerkt, wie viele ähnliche Bandnamen es schon gibt. Also: zurück auf Null.


Und dann ging es plötzlich schnell. Wir haben Daniels Plattensammlung im Keller durchstöbert und uns von unseren Vorbildern treiben lassen. Irgendwann hat es klick gemacht: Neon Hearts Club. Kurz die Socials gecheckt, direkt auf allen Kanälen gesichert – und da ist wirklich der Knoten geplatzt. Wir waren beide sofort happy mit dem Namen.



Wie wichtig war euch, dass der Name international funktioniert – und warum?

Wenn wir uns in englischen Texten zuhause fühlen, muss der Name das auch ehrlich repräsentieren.

Das war uns auf jeden Fall wichtig. Als klar war, dass wir uns mit englischen Texten am wohlsten fühlen, musste der Name das auch widerspiegeln.


Für mich gehört dazu, dass ein Konzept hinter allem steckt – nichts soll sich zufällig anfühlen. Das sollte man von Anfang an spüren. Und dazu gehört eben auch der Name. Und nur so bekommt Neon Hearts Club eine Bedeutung.



Was steckt für euch in „Neon Hearts“ – und wofür steht der „Club“-Gedanke?

„Neon Hearts“ sind Menschen, die im Kleinen leuchten – und der „Club“ ist der Ort, an dem dieses Leuchten nicht kleingeredet wird.

„Neon Hearts“ sind für mich Menschen, die für etwas brennen. Nicht pathetisch als riesiges Feuer – eher ganz alltäglich im Kleinen. Egal ob für eine bestimmte Art von Musik, fürs Backen oder fürs Briefmarkensammeln.


Was diese Menschen gemeinsam haben: Sie schaffen es, andere mit ihrer Begeisterung anzustecken – selbst wenn das Thema nerdig oder speziell ist. Man spürt dieses Glück, und das macht einen selbst ein Stückchen leichter.


Und dann gibt es leider auch das Gegenteil: Menschen, die versuchen, dein Licht dunkler leuchten zu lassen, damit sie selbst heller wirken.


Genau dafür steht der „Club“ als metaphorischer Raum. Ein Ort, an dem Leute zusammenkommen können, ohne Angst haben zu müssen, für ihre Leidenschaft belächelt zu werden. Ein Safe Space, in dem Vielfalt gefeiert wird – und man sich gegenseitig zum Leuchten bringt, sodass am Ende alle ein bisschen mehr strahlen als vorher.



Warum kein klassisches Herz als Logo, obwohl „Hearts“ im Namen steckt?

Ein Herz wäre zu erwartbar gewesen – zu glatt für das, wofür Neon Hearts Club stehen soll.

Ich habe viel mit Herz-Logos experimentiert. Eins hat es sogar in die engere Auswahl geschafft. Aber es war am Ende zu einfach. Zu erwartbar. Und es hat nicht wirklich widergespiegelt, wofür Neon Hearts Club steht.


Herzen sind oft zu glatt, zu „schön“ – man erwartet sofort Love Songs. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber bei uns liegt „Liebe“ aktuell eher im Schmerz, im Durchhalten, in der Leidenschaft für etwas, das nicht immer romantisch ist.


Eher eine erwachsene, nüchterne Liebe – nicht dieses Teenie-Kribbeln. Und deshalb habe ich mich nach der Namensfindung lange schwergetan, ein Logo zu finden, das sich wirklich richtig anfühlt.


Daniel und Jes von Neon Hearts Club mit Logo und Schriftzug in Neon
Daniel und Jes von Neon Hearts Club mit Logo und Schriftzug in Neon

Stattdessen ist ein Glühwürmchen euer Symbol: Warum gerade das – und was soll es vermitteln?

Das Glühwürmchen passt, weil es von innen leuchtet – und man es nur entdeckt, wenn man genau hinsieht.

Bei der Logo-Entwicklung ist mir unser Song Fireflies – den wir damals schon geschrieben hatten – nicht aus dem Kopf gegangen. Und je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto besser hat es sich angefühlt.


Neon Hearts sind nicht immer hell wie die Sonne. Wenn man nicht genau hinsieht, kann man sie leicht übersehen – genau wie ein Glühwürmchen. Bei beiden kommt das Leuchten von innen. Und wenn man sie entdeckt, kann so ein Moment richtig magisch werden.


Dass das Glühwürmchen nach rechts oben ausgerichtet ist, steht für Entwicklung – ein kleines, optimistisches „nach vorn“. Der Kreis darum herum steht für den Club. Er ist bewusst vom Glühwürmchen durchbrochen, um zu zeigen: Das ist kein privater Club, keine elitäre Gruppe. Jede und jeder kann dazugehören.


So hat sich ergeben, dass Name und Symbol sich nicht nur ergänzen, sondern wirklich ineinandergreifen.



Name, Symbol oder Farbwelt – wie hat sich das gegenseitig beeinflusst?

Die Farben waren zuerst da – aber der Name und das Symbol haben am Ende entschieden, wie „Neon“ wirklich aussehen muss.

Ich hatte schon zwei bis drei Farbpaletten aus früheren Namensentwürfen – teils sogar mit Logos, die ich über Wochen weiterentwickelt hatte. Die Namen und Logos haben wir verworfen, aber die grobe Richtung der Farben war schon da.


Dann kam der Name – und zuletzt das Firefly-Logo. Irgendwann habe ich gemerkt, dass die Farben nicht mehr ganz das abbilden, was das Projekt inzwischen geworden ist.


Also habe ich die Palette am Ende nochmal nachgeschärft, damit das „Neon“ wirklich knackig wirkt. Gleichzeitig brauchten wir einen ruhigen Gegenpol, der die introspektive Seite unserer Musik spiegelt – und so sind wir bei unserem dunklen Grün gelandet.



Was ist die visuelle Grundidee hinter Neon Hearts Club – in einem Satz? Und was gehört zwingend dazu?

Leidenschaftliche Handarbeit mit professionellen Ambitionen – musikalisch wie visuell, mit Liebe zum Detail.

Die Leute sollen sehen: Das ist leidenschaftliche Handarbeit mit professionellen Ambitionen – musikalisch wie visuell, mit viel Liebe zum Detail.


Genau deshalb haben wir so viel Zeit in Name, Logo, Bildsprache und Identität gesteckt. Von Tag eins an war uns wichtig, dass sich das, was wir machen, „echt“ anfühlt.


Ich bin überzeugt, dass Menschen draußen das merken – und schätzen. Nicht nur, dass Daniel und ich uns gegenseitig zum Leuchten bringen, sondern dass wir mit unserer Message auch den einen oder die andere da draußen erreichen.



Euer Look wirkt gleichzeitig DIY und hochwertig: Wie balancierst du das, ohne dass es beliebig wird?

Der Look ist bewusst pragmatisch: reproduzierbar, nahbar, wiedererkennbar – ohne dass er uns die Zeit für die Musik frisst.

Weil Daniel und ich nur zu zweit sind – und das in nächster Zeit auch so bleiben soll – musste ich sehr genau überlegen, wie wir das Projekt stemmen, ohne Authentizität zu verlieren.


In der Entstehungszeit konnte ich viel Zeit investieren. Mir war aber klar: Das lässt sich nicht dauerhaft durchziehen. Aufwändige Fotoshootings, riesige Bearbeitungen oder ein Look, der nur mit viel Aufwand reproduzierbar ist – das fällt irgendwann zusammen.


Der Stil ist deshalb auch eine Portion Pragmatismus. Ich wollte etwas, das schnell und zuverlässig wiederholbar ist: nicht zu perfekt, aber auch nicht „zufällig“ oder „unbeholfen“.


So ist der Schwarzweiß-Foto-Look entstanden. Der direkte Blitz und die Körnung holen die Menschen nah ran – fast so, als würde man in einem alten Familienalbum blättern. Für mich ist das so etwas wie ein Anti-Filter: nicht verfremden, sondern ent-fremden – weniger Distanz, mehr Nähe.


Und gleichzeitig bildet das einen starken Kontrast zur Neon-Welt. Dadurch haben wir einen hohen Wiedererkennungswert, ohne dass es uns die Zeit für die Musik frisst – oder wir uns im Marketing drumherum verlieren.



Am Ende ist das vielleicht das Beste an einer klaren Visual Identity: Sie ist nicht nur Verpackung, sondern eine Art Kompass. Sie hilft dabei, Entscheidungen schneller zu treffen – und sorgt dafür, dass ein Projekt auch dann wiedererkennbar bleibt, wenn es sich weiterentwickelt. Neon Hearts Club ist visuell schon jetzt sehr konkret – nicht, weil es ein abgeschlossenes Konzept ist, sondern weil hier ein strukturierter Anfang gelegt wurde.

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